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Schweden: Festival nur für Weiber - warum nicht mal eins nur für Männer?

admin ⌂ @, Dienstag, 14. November 2017, 14:56 (vor 4 Tagen)

Der Spiegel-Blog "Bento" bringt unter dem Titel Auf diesem Festival in Schweden sind Männer nicht erlaubt eine Erfolgsmeldung: Per Crowdfunding-Kampagne ist jetzt das nötige Geld ( 500.000 Schwedische Kronen) zusammengekommen, um das Festival "nur für Nicht-Männer" stattfinden zu lassen.

Der an sich diskussionswürdige Hintergrund ist folgender:

Das neue Statement Festival ist der Nachfolger des Bråvalla-Festivals. Dort sollen dieses Jahr vier Frauen vergewaltigt worden sein, 23 weitere berichteten von sexuellen Übergriffen.

Wie gesagt, man könnte das diskutieren. Dabei wären auch andere Lösungen vorstellbar. Man könnte etwa die Polizei verstärken. Oder die Muslime ausschließen, denn in der Regel handelt es sich bei übergriffigen Männern um Muslime. Die alternative Lösung, nämlich eine Benimm- und Kleiderordnung für die Weiber anzuordnen (wie sie früher auch bei uns üblich war), wage ich schon nicht mehr zu empfehlen, zumal die Fremden sich uns anzupassen haben, und nicht umgekehrt.

Hier aber hat man es vorgezogen, nicht die Muslime unter Generalverdacht zu stellen oder sie kollektiv zu "bestrafen", sondern eine viel größere Gruppe, nämlich die Männer als solche. Der ehemals verbreitete Rassismus ist also überführt und erweitert worden in den globalen Sexismus. Ich erkläre schon seit Jahren, daß der Sexismus die Steigerung und Metamorphose des Rassismus sei.

Denen jedoch, die mir ein zu fantasievolles Denken unterstellen, gebe ich die Terminwahl zum Festival bedenken:

Und zwar symbolträchtig am 19. November, dem Internationalen Männertag.

Damit wird also ein an sich begrenztes Problem, welches aus Schwedens Einwanderungspolitik resultiert, in eine globale Schuldzuweisung ausgedehnt: Jetzt hat die Hälfte der Menschheit zu "büßen".

Habe ich zu weit ausgeholt? Nein. Die Initiatorin, die schwedische Radiomoderatorin und Komikerin Emma Knyckare, schrieb dem Bericht zufolge schon vor Monaten:

Wir machen das so lange, bis ALLE Männer gelernt haben, sich zu benehmen."

Das erzieherische Sendungsbewußtsein, welches aus diesen Worten spricht, vor Allem aber die Akzeptanz, welche die Sprecherin genießt, haben ihresgleichen allenfalls noch im Judenhaß des Dritten Reiches. Mit dem Unterschied freilich, daß Angehörige der auszugrenzenden Gruppe, also Männer, die Hauptsponsoren des Festivals gewesen sein dürften. Zwar gab es auch unter den Juden viele Selbsthasser, Selbstbezichtiger und Mittäter, aber sie blieben doch zahlenmäßig eine klare Minderheit.

Das ist bei den Männern nicht so. Entweder also sind sie letztlich doch noch so stark, daß die Unterstützung männerfeindlicher Aktionen für sie den Beweis liefert, daß Männer, mehr als Weiber, über sich selbst lachen können. Oder sie machen sich, da sie nicht ernsthaft physisch verfolgt werden, Illusionen über die geistig-kastrativen Spätfolgen.

Ich fürchte, daß eher die zweite Möglichkeit, die Verhaftung in Illusionen, zutrifft. Nehmen wir zum Beispiel den Herrn Weinstein (oder "die Weinsteins", wie es jetzt pauschalisierend heißt): Der ist doch erklärter Feminist. Hat er sich als Feminist erklärt, um über sich selbst zu lachen? Dann wird ihm jetzt das Lachen vergangen sein. In gewisser Weise ist er kastriert worden: wirtschaftlich, gesellschaftlich, und irgendwie vielleicht auch gesundheitlich.

Und ich vermute, daß auch all den Männern, die das Nur-für-Frauen-Festival finanziell und/oder moralisch unterstützt haben, irgendwann das Lachen vergehen wird.

admin

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Würde das bloß Weibliche wirken, so würde die Individualität der Menschen ausgelöscht werden, die Menschen würden alle gleich werden. [...] Individualisierung geschieht durch die Einwirkung des männlichen Geschlechts auf das weibliche. (Rudolf Steiner)

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