Dieser Mann hat nach Demütigung durch eine Frau nicht geschwiegen. Gut so!

T.R.E.Lentze, Samstag, 13. Dezember 2014, 21:00 (vor 1497 Tagen)

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/korean-air-flugbegleiter-musste-angeblich-vor-cho-hyun-ah-knien-a-1008283.html

Die Frau hielt sich für etwas Besseres. Warum? Sie ist die Tochter des Besitzers einer Luftfahrtgesellschaft, und glaubte, deswegen besondere Befugnisse zu haben. Dazu gehörte, den Chef des Bordpersonals buchstäblich auf die Knie zu zwingen. Ja, richtig gelesen: der mußte sich vor diesem Weib hinknieen und sie um Verzeihung bitten - wegen einer Flugbegleiterin, die sich ihr gegenüber angeblich nicht höflich genug verhalten hatte. Und sie befahl ihm, das Flugzeug zu verlassen - er folgte.

Es handelt sich um koreanische Fluggesellschaft, was wohl erklärt, warum sich ein solcher Vorgang überhaupt ereignen konnte.

Erfreulicherweise hat aber der Gedemütigte zuletzt doch noch Haltung bewiesen. Er wurde nämlich bedrängt, zu schweigen, ließ sich aber nicht darauf ein. Zitat:

Nachdem die Geschichte publik geworden war, berichtet der Chef des Bordpersonals, sei er mehrfach von Offiziellen der Fluglinie zu Hause aufgesucht worden. Sie hätten versucht ihn zu überreden, die Behörden anzulügen. Er habe aussagen sollen, Cho habe ihn gar nicht ausgeschimpft und er habe das Flugzeug freiwillig verlassen.

Vergeblich. Er hat geredet. Darauf bekam die hochmütige Frau das, was sie verdient hat:

Die Gescholtene trat am Freitag schließlich selbst vor die Fernsehkameras, als sie für eine Befragung zu dem Vorfall im Verkehrsministerium erschien. "Ich entschuldige mich aufrichtig", sagte sie mit leiser Stimme vor Journalisten. Sie sagte, dass sie alle ihre Posten aufgebe. Außerdem kündigte sie eine persönliche Entschuldigung bei der Besatzung des Fluges an.

Im Grunde geht es hier um eine vermeintliche Majestätsbeleidigung im Rahmen einer stark hierarchischen Gesellschaft. Es ist möglich (ich weiß es nicht), daß sich Ähnliches auch mit umgekehrten Geschlechterrollen hätte ereignen können. Also: Sohn des Besitzers gegen eine weibliche Bordpersonal-Chefin.

Trotzdem ist dieser Bericht aufklärerisch wertvoll. Denn er beweist, daß keineswegs alle Weiber von allen Männern unterdrückt werden. Die sexistische Klassenkampf-Theorie beruht auf falschen Voraussetzungen: Wo Männer die Weiber überrunden, da tun sie es aufgrund ihrer sozialen und leistungsbezogenen Ranghöhe, nicht aufgrund von "Machismus". Wo Weiber glauben, ranghöher zu sein, sind in der Regel sie es, die ihre Grenzen überschreiten und anmaßend werden.

Hier ein Kommentar ganz in meinem Sinne:

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4. Mutig
spon-1283845084838 heute, 14:30 Uhr
Couragierter Mann, der Kabinenchef. Kompliment! Davon bräuchte es mehr auf dieser Welt.

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Aber auch der Vater, der sich wegen seiner Tochter entschuldigt, wird zurecht gelobt:

19. Tatsache ist,
Knossos heute, 16:09 Uhr
daß rigide Konsequenzen gezogen und sich entschuldigt worden ist. Etwas, was bei den Unanstastbaren des Westens so kaum vorkommt. Und wenn der Herr im Hintergrund ihr Vater ist, dann sieht er doch sehr nach jemand aus, dem der Fehlgriff seiner Tochter zutiefst unangenehm und einer Sühne würdig ist. Ich schätze, sie hätte ansonsten auch nicht zurücktreten müssen, wenn er nicht darauf bestanden hätte. Es scheint, als sei Herr Cho ein Ehrenmann und Demokrat, und dafür ziehe ich meinen Hut vor ihm.

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trel

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Dieser Mann hat nach Demütigung durch eine Frau nicht geschwiegen. Gut so!

Fantomas, Sonntag, 14. Dezember 2014, 08:55 (vor 1497 Tagen) @ T.R.E.Lentze

Wo Weiber glauben, ranghöher zu sein, sind in der Regel sie es, die ihre Grenzen überschreiten und anmaßend werden.

Ein Filmklassiker dazu: Ein Irrenhaus ist allemal besser als der Knast – findet der hartgesottene Draufgänger McMurphy (Jack Nicholson): Vor Gericht gibt er sich als unzurechnungsfähig aus und läßt sich in eine staatliche Nervenheilanstalt einweisen. Doch was ihn dort erwartet, hätte er sich niemals träumen lassen: Eine boshafte Stationsschwester führt ein brutales, menschenverachtendes Regiment und die hilflosen Patienten vegetieren in Angst und Verzweiflung vor sich hin. Wer sich nicht anpaßt, wird ohne Gnade mit Elektroschocks gefügig gemacht. Doch McMurphy ist aus anderem Holz geschnitzt: Er nimmt die Herausforderung an und erklärt dem grausamen System den offenen Krieg.

http://www.moviepilot.de/movies/einer-flog-uebers-kuckucksnest

Grüße

Dieser Mann hat nach Demütigung durch eine Frau nicht geschwiegen. Gut so!

Selbstständiger., Sonntag, 14. Dezember 2014, 09:05 (vor 1497 Tagen) @ T.R.E.Lentze

Gut, dass er nicht geschwiegen hat.

So kam es zu einem:
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Gruß

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