Der Fall Lena Dunham: Weiblicher Machtanspruch mittels Falschbeschuldigung löst zunehmend Widerspruch aus.

T.R.E.Lentze, Freitag, 12. Dezember 2014, 12:19 (vor 1562 Tagen)

Zerlina Maxwell ist eine Journalistin und sowohl durch Geschlecht als auch durch Rasse ein geborenes Opfer. Was liegt näher, als daraus Profit zu schlagen und in einer angesehenen Zeitung, für die sie arbeitet, zu fordern, Weibern, die den Status des Vergewaltigungs-Opfers für sich in Anspruch nehmen, immer zu glauben?

Siehe dazu den "Spiegel"-Artikel US-Debatte um sexuellen Missbrauch: Die Vertrauensfrage. Darin findet sich der Hinweis auf Frau Maxwell. Ich zitiere:

Für Zerlinda Maxwell, Autorin der "Washington Post", gibt es eine klare Antwort: "Wir sollten Vergewaltigungsopfern immer glauben" - so die Überschrift und Hauptthese ihres Artikels. Maxwell schreibt: "Der Schaden, der angerichtet wird, wenn wir einem Opfer fälschlicherweise nicht glauben, übersteigt bei weitem den Schaden, den es anrichtet, jemanden zu Unrecht als Vergewaltiger zu bezeichnen." Von allen Anschuldigungen seien bloß zwischen zwei und acht Prozent falsch, schreibt Maxwell und beruft sich dabei auf Zahlen des National Sexual Violence Resource Centers. Und durch entsprechende Ermittlungen sei es immerhin möglich, die Vorwürfe zu entkräften. Einer Frau jedoch nicht zu glauben, signalisiere, dass sie nichts wert sei.

Nun bin ich ja für Meinungsfreiheit; darum möchte ich diese Meinung gelten lassen. Ein Problem sehe ich vielmehr darin, daß in großen Zeitungen keine ebenso provozierende männliche Gegenposition zugelassen wird.

Immerhin lesen wir unter den Kommentaren:

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5.
silberstern heute, 10:24 Uhr
In Ergänzung zum 1. Post möchte ich noch hinzufügen, dass Vergewaltigung an sich als eigenständiger Tatbestand in nahezu allen Fällen Quatsch ist. Es setzt nämlich voraus, dass das Opfer sich auch entsprechend wehrt. Im Zusammenhang mit den üblichen Balzritualen, Drogen und einem fehlenden Selbstverständnis (was will ich eigentlich) kommt es oft zu einer nachträglichen abweichenden Beurteilung. Das sind keine Vergewaltigungen. Missbrauch von Minderjährigen oder unmittelbare Bedrohung sind Vergewaltigungen. Alles andere nur schlechter Sex.

10. Weibliches Privileg auf Glaubwürdigkeit?
lagermeister17 heute, 10:36 Uhr
Ich sehe es umgekehrt wie Frau Maxwell: Einem Mann, der vorgibt, er sei falsch beschuldigt worden, ist immer zu glauben. Und ich habe auch das gleiche Argument, wobei ich nur ein Wort austausche: "Einem Mann jedoch nicht zu glauben, signalisiere, dass er nichts wert sei." Tatsächlich ist der Schaden, den ein Mann durch Falschbeschuldigung angerichtet wird, viel höher als der, welcher durch Vergewaltigung an einer Frau angerichtet wird. Denn der Mann wird verachtet und geächtet, selbst wenn seine Unschuld nachträglich bestätigt wird; eine nachweislich vergewaltigte Frau dagegen genießt die Anerkennung des Opfers. Und das Prestige des Opfers war nie höher als heute.

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Die Leser-Diskussion hat aber gerade erst begonnen.

Es gibt doch im Blog Frauenhaus. Von Frauen. Für Frauen. mindestens einen knallharten Artikel von männlicher Seite, mit dessen Argumenten man der Ansicht der Frau Maxwell Paroli bieten kann. Leider finde ich den nicht, weil es, wie es bei vorgefertigter Blog-Software leider üblich ist, kein chronologisch geordnetes Inhaltsverzeichnis gibt. Das ist auf meiner selbstgestalten Netzseite MannPassAuf! anders ;-) , und daher auch gleich der Link auf einen Artikel zum Thema: "Wir haben vergewaltigt!" (28-9-2010)

trel

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Der Fall Lena Dunham: Weiblicher Machtanspruch mittels Falschbeschuldigung löst zunehmend Widerspruch aus.

Ludwig, Samstag, 13. Dezember 2014, 08:56 (vor 1561 Tagen) @ T.R.E.Lentze

2 sehr gute Kommentare von Lagermeister und silberstern.
Wir hatten die Problematik ja schon öfter, daß "Vergewaltigung" ein subjektives Konstrukt ist, was sich juristisch eigentlich nicht fassen lässt, bis auf klare Fälle, die aber sowieso schon durch andere §§ erfasst werden, wie Kindesmissbrauch, Körperverletzung, Freiheitsberaubung etc.
Man kann nur unterstreichen was silberstern schreibt, nicht jeder schlechte Sex ist eine Vergewaltigung.

An dieser Stelle noch ein persönlicher Nachtrag.
Auf den satirischen Gesetzentwurf den ich hier mal veröffentlichte schrieb Lentze, das müsste man verbreiten. Diese Aussage impliziert natürlich die Frage ob das gestattet ist. Ja klar, keiner der Schöpfer erhebt Anspruch auf Urheberrechte !

Das war ja in geselliger Runde entstanden. Falls da bei einigen Mitleser(innen?)
da das Kopfkino anging, so mit ein paar gescheiterten Typen, die in einer Kneipe beim Bier rumhängen und sich so was ausdenken, leider nein, es war ganz anders:-D

Gruß Ludwig

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