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Nachtrag: "Sexistische" Werbung erzeugt ein realistisches Frauenbild.

admin ⌂ @, Freitag, 01. Dezember 2017, 12:43 (vor 13 Tagen) @ admin

Die im Titel genannte Einsicht ist mir jetzt erst gekommen; sonst hätte ich sie im ersten Beitrag schon mitgeteilt.

Dabei ist die Sache im Grunde doch ganz einfach: Werbung mit idealtypischen Weibern läßt uns erkennen, daß die meisten Weiber eben nicht so sexy sind, wie wir sie - und sie sich selbst - gerne sähen. Wir erkennen, daß uns der Sexualtrieb bisher benebelt hat. In unseren sexuellen Fantasien haben wir die Weiber, denen wir absichtlich oder unabsichtlich begegnet sind, grundsätzlich sexuell aufgewertet.

Entfällt nun Grund zur Aufwertung - das kann altersbedingt sein, wie bei mir, oder auch durch die ubiquitäre (allgegenwärtige) Verfügbarkeit idealtypischer Darstellungen -, dann wird das Weib, dem wir real gegenübertreten, reduziert auf seinen verbleibenden Wert. Das ist der nicht-sexuelle Wert, das wahre Menschliche.

Und mit diesem Residuum, dem wahren Menschlichen, ist es oftmals schlecht bestellt. Ernüchterung stellt sich ein. Die tatsächliche seelisch-geistige Leere wird erkennbar und schmerzlich fühlbar.

Die feministische Behauptung, daß "sexistische" Werbung die Weiber auf den sexuellen Aspekt reduziert, ist somit zwar wahr, aber es handelt sich um eine Teil-Wahrheit. Der andere Teil der Wahrheit ist, daß wir erkennen, was vom Weibe, das uns sexuell unattraktiv geworden ist, übrigbleibt. Und das ist - leider - oft auch nicht viel. Wir werden desillusioniert und wenden uns ab.

Aus meiner Sicht ist Desillusionierung heilsam. Zumindest könnte und sollte sie es sein. Und zwar für beide, Männer und Weiber. Die Desillusionierung kann nämlich eine Wiederbesinnung auf das Menschliche herbeiführen und dessen Entwicklung fördern.

Und genau das will eine feministische Initiative wie die "Werbemelder*in" nicht. Sie will den Weibern, die sich nicht schon offen kommerzialisieren, ihren sexuellen Marktwert erhalten. Es ist ein ganz fataler Irrtum, derartige Initiativen moralisch aufwertende, "ethische" Absichten zu unterstellen.

admin (T.R.E. Lentze)

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Würde das bloß Weibliche wirken, so würde die Individualität der Menschen ausgelöscht werden, die Menschen würden alle gleich werden. [...] Individualisierung geschieht durch die Einwirkung des männlichen Geschlechts auf das weibliche. (Rudolf Steiner)


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