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Er hat zwei Väter, ist aber ohne sie aufgewachsen

admin ⌂ @, Freitag, 24. November 2017, 00:11 (vor 21 Tagen) @ Der/Anarchist

Da erbt ein primitiver Mann ein Unternehmen und statt Opposition und guten Journalismus an den Mann zu bringen, ruft er zu Gewalt auf gegen die Männer.

Nun, primitiv ist er nicht, vielmehr differenziert, aber mit sich nicht selbst ganz im Reinen. Siehe hierzu den Artikel über ihn von Susanne Mayer in der "Zeit", erschienen am 12-9-2013: Jakob Augstein: Und plötzlich berühmt. Die Autorin scheint ihn zu bewundern, denn sie schreibt im Stile der Verklärung,

dass dieser Jakob Augstein, wie jemand einmal sagte, so etwas wie eine Romanfigur ist. Ein Typ voller Widersprüche, rätselhaft und fesselnd, verstrickt in eine Story, in der sich Mediengeschichte und bundesrepublikanische Historie, Kabale, Liebe, Konkurrenz und Neid verknäulen.

Ziemlich viel Sympathie spricht auch aus dem Hinweis auf eher problematische Eigenschaften:

Augstein testet gerne Grenzen, seine und die anderer. Das hat, bei allem Lauten, auch etwas Kindliches. Manchmal Nerviges. Der schlimmste Vorwurf wäre natürlich, er sei harmlos, unbedeutend.

Angesprochen auf den Vorwurf, wie er gegen ihn z.B. im "Sexistinnen-Pranger" erhoben worden ist, würde er wahrscheinlich so antworten, wie er auch auf die Frage der Autorin geantwortet hat.

Zündelt er nicht gefährlich mit seiner Gewaltdebatte, wo soll das hinführen? Das wischt er weg: "Ihre Frage deutet auf ein Problem. Radikalität im Denken wird bei uns für etwas Bedrohliches gehalten. Das ist schade. Aber ich bin kein Politiker, sondern Journalist. Ich muss eine gesellschaftstheoretische Debatte nicht nach versicherungslogischen Gesichtspunkten führen."

"Radikalität im Denken"? Nein, Augstein ist radikal - richtiger gesagt: gewalttätig - nicht nur im Denken, sondern auch im Schreiben. Und sogar noch etwas mehr:

Er fordert, man müsse, ja auch in Deutschland, endlich das Tabu über den Einsatz des Körpers in der politischen Auseinandersetzung brechen.

Er tut's nicht selbst, aber er würde es andere tun lassen, falls die bereit sind. Er als Großjournalist hat natürlich gewisse Mittel, um die Hemmschwelle zu senken. Allerdings ginge es wohl zu weit, ihn deswegen gleich mit Julius Streicher zu vergleichen.

Nicht ganz uninteressant ist vielleicht noch, daß Jakob Augstein "zwei Väter" hat bzw. hatte; das war sein rechtlicher Vater Rudolf Augstein und ist sein biologischer Vater, Martin Walser. Aufgewachsen ist er aber ohne sie, stattdessen in einem "Dreierhaushalt mit alleinerziehender Mutter. Aber mit Kindermädchen." Das ist natürlich keine so gute Grundlage zur Erlangung der geistigen Mannesreife. Mit seinem biologischer Vater hatte er jüngst zwar ein langes Gespräch, und dieses dann veröffentlicht. Aber das bleibt doch sehr abgehoben.

Daß Augstein zu "polarisieren" versteht (das Wort ist vielleicht zu freundlich), ist übrigens auch diesem Artikel zu entnehmen: Jakob Augstein dem Wahnsinn nahe.

admin

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Würde das bloß Weibliche wirken, so würde die Individualität der Menschen ausgelöscht werden, die Menschen würden alle gleich werden. [...] Individualisierung geschieht durch die Einwirkung des männlichen Geschlechts auf das weibliche. (Rudolf Steiner)


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