Was ist "feministische" Pornografie?

WdF ⌂, Dienstag, 24. Oktober 2017, 21:36 (vor 25 Tagen) @ admin

Was man so hört, seien Sexualpraktiken der zentrale Inhalt von Pornografie; es sollen dort verschiedene Praktiken dargestellt sein. Dabei liegt es in der Natur der Sache, dass dabei auch alle möglichen Geschlechter dargestellt werden. Möglichen sind wie viele? Richtig, und die werden alle dargestellt. Menschen unterschiedlicher Herkunft gibt es auch, wie ja die Darstellerinnen und Darsteller und die Konsumentinnen und Konsumenten, (an der Stelle bewusst „gegendert“,) verschiedener „ethnischer Herkunft“ sind. Daran fehlt es bisher schon nicht.

Was in nicht-feministischer Pornografie „fehlt“, zumindest in der Breite, ist die Darstellung verschiedener Körperformen. Übergewichtige und alte Frauen kommen dort nur selten vor. Was auch „fehlt“ ist die realistische Darstellung von Lust. Nicht die Darstellung von Lust auf beiden Seiten, die gibt es, aber sie ist nicht realistisch. Insbesondere werden dort Frauen dargestellt, die Spaß am Sex haben, und keine Gegenleistung fordern. Das soll in der Realität oft nicht so sein. Warum gibt es Bordelle? Weil der Sex dort billiger ist. Man muss sich vor Augen halten, wie die Realität in vielen Beziehungen aussehen muss, wenn Menschen lieber „Liebe“ kaufen. Und so, wie Beziehungen offensichtlich in der Realität aussehen, werden sie nicht dargestellt.

Überhaupt geht es doch darum: Pornos sind nicht realistisch, genauso wenig wie die meisten Kriegsfilme, Cowboyfilme, Agentenfilme oder Chick-Flicks, also „Liebesfilme“ für Frauen. Mit dieser Diskrepanz zwischen Wunsch und Realität will kaum einer umgehen, auch die Feministen nicht, die eine „realistische Darstellung von Lust“ wollen, wo es mit der Lust doch offensichtlich hapert, sonst wäre das alles doch kein Thema. Es sehen sich wohl auch Frauen solche Filme an, angezogen von dem Gedanken an Sex mit Spaß, für den man keine Gegenleistung verlangt, und im realen Leben sieht es dann anders aus.

In Diskursen amerikanischer Männerrechtler hat man die „Liebesromane“ für Frauen als emotionale Pornos bezeichnet, weil sie Beziehungen genauso unrealistisch, Wunschträumen entsprechend, darstellen. Sie entsprechen halt anderen Wunschträumen. Diese „feministischen“ Pornos sind „Feminismuspornos“, weil sie die Welt unrealistisch, den Wunschträumen der Feministen entsprechend darstellen. Dem Wunschtraum, durch eine andere mediale Darstellung die Welt nach ihren Vorstellungen formen zu können, die Liebe in all' ihren Formen genießen zu können, während sie die Männer gleichzeitig als Klassenfeind bekämpfen.


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