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Pardon, ich bestreite das.

admin ⌂ @, Montag, 16. Oktober 2017, 14:13 (vor 33 Tagen) @ Der/Anarchist

Zunächst einmal Dank an den Threadstarter, daß er die nachträgliche Reue derer, die ihren Körper "korrigiert" haben, thematisiert hat. Diese Tatsache ist interessant und sollte mehr Beachtung finden. Auch interessant ist der Hinweis, daß die Bekanntmachung anscheinend politisch nicht erwünscht ist.

Allen Lesern möchte ich empfehlen, den eingangs verlinkten Artikel gründlich zu lesen. Angesichts der Unseriosität in der heutigen Presselandschaft besteht nämlich oft die Neigung, erstmalig vernommene Meldungen nicht weiter ernstzunehmen.

Jetzt aber zu meinem Vorredner:

Gedanken und Empfindungen, Verhalten, Trieb, selbst die Persönlichkeit sind in gewisser Weise vom Geschlecht abhängig.

Soweit richtig: es besteht eine gewisse Abhängigkeit. Ich vergleiche das mit der Benutzung eines Fahrzeugs. Der Fahrstil eines Fahrers ist ebenfalls "in gewisser Weise" abhängig von dem Fahrzeug, das er fährt. Das wirkt sich vorwiegend einschränkend aus: Ein an sich rasanter Fahrer wird in einem Kleinwagen nicht rasant fahren können. Er wird es sicher versuchen, auch Teilerfolge erzielen, aber letztlich sich über den Wagen ärgern und ihn - nicht umwandeln, aber - austauschen.

Wo ich nur noch bedingt zustimme:

Es gibt keinen "falschen Körper", nur kranke Köpfe, die keinen Chirurgen, sondern einen Psychiater brauchen. Die paar Zwittergestalten, die unter den Menschen wandeln, sind Ausnahmen, nicht die Norm, sie repräsentieren nicht ihre Art.

Immerhin hat der - dem Artikel zufolge - "weltweit führende Chirurg für Geschlechtsumwandlungen an der Urologischen und Chirurgischen Klinik in Belgrad und New Jorks Mount Sinai Hospital)" entspechende Bedenken:

Djordjevic richtet sich nach ethischen Standards, damit seine Patienten die OP nicht bereuen. Vor jeder Operation verlangt er, dass sich Transgender-Menschen mindestens einer einjährigen psychiatrischen Beratung unterziehen und dann eine Hormonevaluation und Hormontherapie machen. Sollte das fehlen, würde es nach der Operation zu negativen Folgen führen.

Es ist also klar, wir dürfen uns die Sache nicht zu einfach machen.

Im Prinzip, so scheint mir, sind zwei konträre Standpunkte möglich.

Beide Standpunkte haben ihre eigene Logik, doch ist meiner Meinung nach auch noch die Evolution zu berücksichtigen. Ich behaupte, daß die Menschheit evoluiert, und zwar in Richtung einer zunehmenden Befreiung aus der körperlichen Abhängigkeit. Dabei gibt es aber sehr große individuelle Unterschiede. Außerdem fehlt es an individuellen Erfahrungen, denn es dürfte noch keinen Menschen geben, der in seiner vergangenen Inkarnation bereits eine Geschlechts-Umwandlung seines Körpers hat durchführen lassen.

Noch komplizierter, und für eingefleischte Materialisten wahrscheinlich noch unannehmbarer, ist die Annahme, daß es über- oder nebenmenschliche Mächte gibt, die an Fehlentscheidungen und Komplikationen ein eigensüchtiges Interesse haben. Meiner Überzeugung nach sind die politisch-volkserzieherischen Lobbygruppen, welche die Geschlechts-Umwandlungen des Körpers ideologisch rechtfertigen, forcieren, jedoch die daraus folgenden Probleme dem öffentlichen Bewußtsein zu entziehen suchen, von derartigen Mächten geleitet. Es handelt sich um Besessenheit. Daraus resultieren dann Schicksale, wie wir sie mit Namen wie David Reimer verbinden.

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Der reale Hintergrund der zunehmenden Fälle von Geschlechts-Umwandlung - gelungener wie mißlungener - ist für jeden wahren Christen einsichtig. Die entscheidende Tat des Christus ist die Überwindung des Todes. Der Tod entstand erst durch die zu einer bestimmten Zeit einsetzende Materialisation. Aus dieser folgte die Notwendigkeit der Entstehung der Arten, denn Arten überdauern den Tod des Individuums; sie bilden das provisorische Heilmittel. Untrennbar verbunden mit der Entstehung der Arten ist aber auch die Entstehung der Sexualität; ohne sie könnte keine Art sich entwickeln und fortleben.

Nehmen wir nun an, daß durch Christus der (individuelle) Tod überwunden wurde - für mich als Christ ist das selbstverständlich -, so wurde durch ihn auch die Notwendigkeit der Art und damit auch die Sexualität überwunden. Letztlich besteht der evolutive Schritt darin, daß die Erde begonnen hat, sich zu de-materialisieren. Nur vollzieht sich diese Evolution in langen Zeiträumen. Es wird also noch sehr lange die sexuelle Fortpflanzung geben, und folglich auch die sexuellen Ausprägungen. Dabei werden sich zwischen den Menschen zunehmend sehr große Unterschiede herausstellen.

Und dann ist noch eine Differenzierung zu bedenken. Es ist nämlich mit dem evolutiven Impuls durch Christus erstmals die Möglichkeit gegeben, daß sich Menschen der Evolution bewußt verweigern. Durch Christus ist die Freiheit in die Welt gekommen, d.h. die Freiheit in einer ganz radikalen Form. Für die Verweigerer haben nun christus-feindliche Mächte wiederum eine Möglichkeit des (scheinbaren?) Fortlebens geschaffen. Sie besteht im zunehmenden Austausch des menschlichen Leibes durch Prothesen, technische Versatzstücke. Auch der "Geist" des menschlichen Individuums läßt sich ingestalt eines Datenpakets elektronisch konservieren. Hat der Mensch diese Entwicklung aus seiner zunächst noch freien Entscheidung einmal eingeschlagen, so wird es allerdings sehr bald kein Zurück mehr geben, denn die Freiheit wird ihm genommen werden: er hat sich in Freiheit seiner Freiheit beraubt und teilt fortan das Schicksal der Tierwelt, die, ohne die Wahlmöglichkeit gehabt zu haben, ebenfalls aus der Evolution herausgefallen sind.

Das sind Perspektiven, die zu erörtern sich lohnen würde. Obwohl die daran anknüpfenden Vorstellungen mich erschauern lassen.

admin

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Würde das bloß Weibliche wirken, so würde die Individualität der Menschen ausgelöscht werden, die Menschen würden alle gleich werden. [...] Individualisierung geschieht durch die Einwirkung des männlichen Geschlechts auf das weibliche. (Rudolf Steiner)


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