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"Inkompetenz, Unverständnis, Phantasie und Manie" - fällt alles auf ScienceFiles zurück

admin ⌂ @, Dienstag, 12. September 2017, 21:17 (vor 12 Tagen) @ Der/Anarchist

https://sciencefiles.org/2017/09/09/rollenmodell-mann-rent-a-teacherman-und-anderer-unsinn/#comments

Der Autor obigen Artikels setzt völlig unreflektiert voraus, daß in der Grundschule nichts geschehe oder geschehen solle als Wissensvermittlung. Ich zitiere:

Welche Erwartungen werden an einen Grundschullehrer gestellt?
Dass er Kindern Rechnen, Schreiben und Lesen beibringt.

Und - inbezug auf die Kinder - nichts weiter als das. Wirklich nichts weiter. In dieser Sache hat sich der Autor absolut festgelegt. Wer anders denkt, den bezeichnet er als "manisch" (also psychisch krank), und das, was er denkt, als groben Unfug. Diese Arroganz und Agressivität ist übrigens eine Stil-Eigentümlichkeit des Autors. Sie macht mir die Lektüre bisweilen zur Qual.

Für mich ist umgekehrt absolut klar, daß die Grundschule eben nicht nur der Wissensvermittlung dient. Primär ist die Schule, und gerade die Grundschule, eine Bildungsanstalt. Selbst die Universität ist, zumindest der Idee nach, eine Bildungsanstalt; die Fachhochschule ist es relativ noch am wenigsten.

Kein Zweifel, die Welt des Autors ist kopflastig, er selbst wissenschaftsgläubig. Wie ja der Titel seines Blog bereits aussagt. Die Wissenschaft ist für solche Menschen das, was früher für uns die Kirche war: eine Instanz, durch die man sich Unangreifbarkeit versprach, indem man sich auf sie berief.

Sehr erstaunt hat mich auch die Aussage,

dass manche Zeitgenossen, die so fixiert auf Geschlecht sind, der Ansicht sind, dass es eine biologische Determinierung von Fähigkeiten gibt. Andere nennen das Sexismus.

Der Autor meint also allen Ernstes, es gebe keine biologische Determinierung von Fähigkeiten. Dabei beansprucht er doch Wissenschaftlichkeit. Und er steigert sich - das wirkt nun wirklich manisch! - in folgende Behauptung:

Nicht mehr die erfolgreiche Vermittlung von Lerninhalten durch Lehrer an Schüler steht im Zentrum, sondern, ja was eigentlich? Über Sexualität sprechen? Sich aufgehoben fühlen? Die Präsentation von Geschlecht als Variable, die im Leben von Relevanz ist, obwohl kaum etwas über weniger Relevanz im täglichen Leben verfügt als Geschlecht?

"obwohl kaum etwas über weniger Relevanz im täglichen Leben verfügt als Geschlecht"- das läßt mich beinahe schon an den Verstand des Autors zweifeln. Wir überleben doch nur dadurch als Menschheit, daß das Geschlecht von Relevanz ist, und selben wenn es nicht ums Fortzeugen geht, so tritt die Relevanz des Geschlechtlichen, der Sexualität, von allen Seiten her in unser alltägliches Bewußtsein.

Wahrlich, dieser Autor ist "abgehoben". Mindestens so sehr wie unsere regierenden Politiker. Ich will damit den Wert seiner kritischen Beiträge nicht grundsätzlich schmälern. Viele von ihnen sind ja echt erhellend. Aber eben nicht alle. Michael Klein ist Soziologe. Das ist eine besondere Spezies von Wissenschaftlern, einstmals hofiert in der 68er-Bewegung.

Klein-Martin scheint die Hormone, die Entwicklung des Kindes zum Erwachsenen, komplett auszublenden. Denn nicht nur wir Jungen wurden durch das "Geschlecht" beeinflusst, auch die Mädchen, die sich in so manchen jungen Lehrer "verliebt" hatten. Und das beginnt schon in der Grundschule. Nein, über solche Kommentare kann ich nur noch den Kopf schütteln. Aber wie wir sehen, der Feminismus hat ganze Arbeit geleistet.


Zustimmung total. Und es ist doch frappierend, wie völlig verschieden man die Wirkung des Feminismus einschätzen kann, denn der Autor schreibt zu seiner Selbstbestätigung:

Man sieht, wohin Jahrzehnte des Feminismus geführt haben.

Ja wohin denn? Zur Einsicht, daß Männer in der Erziehung notwendig sind? Das kann kein Feminismus sein. Oder zur Einsicht, daß Bildung mehr ist als Wissensvermittlung? Dazu brauchte es keinen Feminismus. Das wußte man auch früher schon.

Man sollte den Begriff des Feminismus nicht inflationieren. Er verlöre damit zu sehr seine Konturen.

admin

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Würde das bloß Weibliche wirken, so würde die Individualität der Menschen ausgelöscht werden, die Menschen würden alle gleich werden. [...] Individualisierung geschieht durch die Einwirkung des männlichen Geschlechts auf das weibliche. (Rudolf Steiner)


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