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Eine Frau will mir per Handschlag gratulieren - darf ich so frei sein, ihre Berührung abzulehnen? Als Mann, nein!

admin ⌂ @, Samstag, 22. Juli 2017, 01:38 (vor 120 Tagen)

In Spiegel-online von heute:

Eine Polizistin in Rheinland-Pfalz wollte einem Kollegen zur Beförderung gratulieren. Er lehnte ihre Hand ab - aus religiösen Gründen. Das hat nun Konsequenzen.

Für mich stellte sich nach dem ersten Lesen die Frage, wie die Sache mit vertauschten Rollen bewertet worden wäre. Also: Ein Mann will einer Frau gratulieren und reicht ihr die Hand. Die lehnt ab. Und kriegt dafür ein Disziplinarverfahren. Ist das schon einmal vorgekommen?

Aber vordergründig geht es ja um etwas Anderes:

"Der Polizist hat sein Verhalten mit seiner religiösen Überzeugung begründet", sagte Steffen Wehner, Pressesprecher des Innenministeriums, am Freitag. Der verweigerte Handschlag verstoße jedoch gegen das Neutralitäts- und Mäßigungsgebot für Beamten.

Aha, es geht um also Neutralität, nicht um Sympathie oder Antipathie. Demnach hätte der Polizist seine Religion nur als Privatsache zu verstehen. Allerdings ist Religion ihrem Wesen nach keineswegs eine Privatsache, und am allerwenigsten ist es der Islam. Warum stellt die Polizei überhaupt bekennende Muslime ein?

Doch lassen wir die Religion einmal beiseite. Sehen wir die Entscheidung stattdessen einmal im erweiterten Kontext. Man sagt (besser: man sagte früher) von einem Mann, daß er um die Hand einer Frau anhielt. Anders gesagt, er machte ihr einen Heiratsantrag. Er war der Bewerber, nicht sie. Sie aber durfte ablehnen, und der Bewerber hatte das hinzunehmen. Eine Frau mußte sich nicht bewerben. Tat sie es doch und wurde sie abgelehnt, dann galt das für sie als eine Schande. Es gibt kaum einen Mann, der einer Frau diese Schande nicht ersparen möchte, schon aus Furcht vor weiblicher Rachsucht.

Und ich vermute, daß darin auch der Grund für das Disziplinarverfahren liegt. Hier macht sich der Staat zum Beschützer und Vollstrecker weiblicher Rachsucht. Das sogenannte Patriarchat, es frißt seine Kinder.

trel / admin

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Würde das bloß Weibliche wirken, so würde die Individualität der Menschen ausgelöscht werden, die Menschen würden alle gleich werden. [...] Individualisierung geschieht durch die Einwirkung des männlichen Geschlechts auf das weibliche. (Rudolf Steiner)


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