Scheitelpunkt der (deutschen) Geschichte: Christi Auferstehung oder die Shoa?

T.R.E.Lentze, Mittwoch, 31. Mai 2017, 20:24 (vor 172 Tagen) @ Der/Anarchist

Ich bin völlig deiner Meinung, was die Rolle des Nationalen Sozialismus in Deutschland betrifft. Mein Vater war übrigens selbst Opfer dieser Bewegung, wie nachzulesen in meiner Autobiografie. Sekundär bin somit auch ich ein Opfer. Tatsächlich hat die negative Verherrlichung und Verewigung des NS politisch-ideologische Gründe.

Daher:

Die Zeit 1933-1945 ist nicht eine Art Scheitelpunkt der Geschichte, sondern nur ein Teil von ihr.

Gibt es, wenn nicht diesen, so einen anderen, wirklichen Scheitelpunkt? Ich meine ja: Tod und Auferstehung des Gottessohnes. Man kann natürlich die Realität dieses Ereignisses leugnen und behaupten, daß es sich um "bloßen Glauben" (im Sinne einer Vermutung) handle. Aber auch dann bleibt es Tatsache, daß die deutsche Geschichte ohne dies Ereignis (bzw. dessen, was die Germanen daraus gemacht haben) völlig anders verlaufen wäre. Und gerade die deutsche Geschichte! Es gibt keine andere Sprache, in welcher das Wort (für das) "Ich" sich aus den Initialen von Iesus Christus zusammensetzt. Was man natürlich wieder für bloßen Zufall erklären kann. Doch die Ichheit - nicht die Egoität - begründet sich darauf: der Christ sieht Christus als sein (höheres) Ich; als die alleinige Grundlage einer zukunftsfähigen Selbstreflexivität.

Beachte bitte den Kern meiner ursprünglichen Aussage: Der christliche Impuls und die Holocaust-Religion stehen in einem sich ergänzenden Verhältnis zueinander. Um jeweils das eine Element zu verstehen, ist es hilfreich, sich das andere Element zu vergegenwärtigen - etwa so, wie man Kälte verstehen kann, wenn man Wärme versteht, und umgekehrt. Vielleicht hindert dich dein Vorurteil, dieses Gedanken-Experiment wirklich einmal zu vollziehen. Etwa weil du eine unzutreffende Vorstellung von einem der beiden Elemente hast.

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Was verstehst du unter Wissenschaft? Auch Steiner hat seine Anthroposophie als Wissenschaft bezeichnet, genauer als "Geisteswissenschaft". Es gab und gibt sogar eine "Christliche Wissenschaft". Es war damals einfach Mode, alle möglichen Gedankenkonzepte als Wissenschaft zu bezeichnen, um ihnen Vertrauenswürdigkeit zu verleihen. Gerade daran wird ersichtlich, daß die Wissenschaft auch - nicht nur, aber auch! - einen Glaubenscharakter (im Sinne einer wertenden Willenshaltung) hat. Sie steht für Strenge des Denkens. Aus demselben Grunde hat sie heute an Ansehen verloren, so wie andere Religionen. Die Ursache ist eine allgemeine Verflachung des Glaubens, d.h. des Willens, für Werte einzustehen; anders gesagt: die Ursache ist ein gegenwärtig zunehmender Hedonismus und Feminismus. Strenge ist "anstrengend", einer männlich-konservativen Haltung entspringend und wird daher negativ bewertet.

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Ursprung des Lebens ist das Meer

Das ist ein religiöser Satz. Aber seien wir genau: Es gab eine Stufenfolge der Verdichtung. Am Anfang der physischen Welt stand Wärme (Energie); diese wurde verdichtet zu Gasen (heute: Luft); diese zu Flüssigkeiten (heute meist Meerwasser), und diese zu Festem. (Diese Aussagen darf man natürlich nicht chemisch interpretieren, also mit Kategorien begründen, die nur für die jetzige Evolutionsstufe gültig sind.)

Auch der Mensch war anfangs wärmehaft, gasig, flüssig, in dieser Reihenfolge. Er hat sich nur viel später verfestigt als die Tiere, woraus der mögliche Fehlschluß resultiert, daß er sich aus Tieren entwickelt habe. Ein echter Wissenschaftler wird sich eines solchen Fehlschlusses natürlich enthalten, aber Wissenschaft ist eben, wie erwähnt, ein historisch entstandenes Gemenge, in welchem auch Erwerbstrieb, Ehrgeiz, Existenzängste, Politik und religiöse Bedürfnisse ihre Rollen spielen.

Für mich persönlich ist die Religion darin eine Sackgasse, weil sie vereinfacht und auf Glauben basiert.

Ich sehe eher die gegenwärtig etablierte Wissenschaft - als Phänomen, nicht als Idee - als ein System der extremen Vereinfachung. Nicht im Detail, aber was die großen Zusammenhänge betrifft. Und darum ist sie für mich beinahe nutzlos. Um logisch denken zu lernen und sich von Vorurteilen zu befreien, vor Allem aber: um den Sinn zu erfahren, für den zu leben sich lohnt, um überhaupt Lebensmut zu gewinnen bzw. zu behalten, dazu braucht es keiner Wissenschaft.

Oder war es etwa die Wissenschaft, die dich gelehrt hat, die Holocaust-Religion als das zu erkennen, was sie ist: eine Politische Religion der gewollten völkischen Ent-Mutigung? Welche Wissenschaft hat dich das gelehrt? Welcher Wissenschaftler?

Gruß!
trel

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