Es bleibt unklar, was M.v.Crefeld sagen will.

Der/Anarchist, Mittwoch, 31. Mai 2017, 15:08 (vor 115 Tagen) @ T.R.E.Lentze

Bin wieder nach 2 Wochen zu Hause...daher erst jetzt weiter im Dialog.


Für mich sind "die Deutschen" alle Deutschen, unabhängig davon ob sie verantwortlich waren oder nicht, also Volk, Regierung, Nachwuchs.
Crefeld ist Historiker, er wird genaues definieren gelernt haben. Und deshalb betrachte ich seine Aussage als problematisch, auch wenn man in der Tat die weiteren Sätze zweideutig auslegen kann (Befürchtung oder Wunsch), was er meines Erachtens hätte verhindern müssen. Denn jemand, der sich in der Öffentlichkeit bewegt, weiß um die suggestive Kraft von Worten und Formulierung. Solche Sätze bewirken meines Erachtens weiterhin, daß "die Deutschen" sich schuldig fühlen sollen. Denn als Historiker weiß man, daß geschichtliche Ereignisse mit der Zeit verblassen. Nein, Crefeld kann in diesem Fall seine eigene Vergangenheit nicht überwinden und bewirkt mit seinen Sätzen das Gegenteil dessen, was ich von einem Historiker erwarte: Objektivität.

..."wie dies je aufgelöst werden könnte"...


Alles, was endlich ist, kann und wird sich auflösen. Schließlich sind "die Deutschen" nicht die einzigen, die zu solchen Taten fähig gewesen waren. Die Römer, Karl der Große, Dschingis Khan, die Türken, die Belgier,usw. waren Schlächter, wenn auch mit verschiedenen Methoden. Weshalb es innerhalb der Geschichte plötzlich einen Superlativ geben soll, ist nur dann zu verstehen, wenn man weiß, daß man mit gewissen Ereignissen Ziele erreichen kann, wenn man sie zu nutzen versteht. Die sogenannte Holocaust-Industrie ist ein Ergebnis davon. Aber auch der Linksextremismus (alle Nazis ausser wir).

Denn ich bin ein kleines Beispiel: ich sehe jene Zeit nüchtern. Ich bin mir keiner Schuld bewusst. Auch empfinde ich nichts, wenn ich mich mit der Zeit des Nationalsozialismus beschäftige, auch kein Mitleid. Wie auch? Und wer dies kritisiert, sollte sich fragen, ob er dann auch Mitleid mit den Sachsen hat, die von Karl dem Großen abgeschlachtet wurden? Oder mit den Opfern, die in russischen Gulags starben? Oder mit den Armeniern?

Die Zeit 1933-1945 ist nicht eine Art Scheitelpunkt der Geschichte, sondern nur ein Teil von ihr. Wir leben in einer anderen Zeit, die zwar von ihr beeinflusst wurde, aber die Römer beeinflussen uns streng genommen auch noch (Römisches Recht, Kanalisation usw).

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Nein, mein Idol ist nicht die Wissenschaft. Die Wissenschaft ist für mich nur diejenige, die mir am meisten erklären kann. Selbst objektive Fragen ist sie nicht imstande zu erklären z.B. warum (Sinn) ist das Universum und damit die Erde und das Leben auf der Erde entstanden?

Aber vor allem nicht erklärt sie mir, was ich persönlich in meinem Leben tun muss/soll. Persönliche Fragen muss ich mir selbst beantworten. Ich betrachte die Wissenschaft als ein geistiges Werkzeug, nicht als Idol oder als "Gott". Das interpretierst Du falsch.

Die Evolutionstheorie hat andere Erkenntnisse. Ursprung des Lebens ist das Meer, in dem sich kleinste Organismen entwickelten und aus denen sich verschiedene Arten von ableiten (sehr stark vereinfacht gesprochen). Und dieser Entwicklungsstrang ist nicht für den Menschen verwerflich. Wenn er sich als Art geistig hoch entwickelt hat, sollte er es als Geschenk akzeptieren und nicht boykottieren, indem er sagt: niemals kann sich Höheres aus Niederem entwickeln.

So etwas ist belanglos. Wichtig ist der Ursprung, das Leben in der Gegenwart und die mögliche Zukunft. Doch genau dies zu erforschen und mit dem Wissen anständig zu leben beherrscht der Mensch nicht, weshalb er zu Extremen neigt, die Natur zerstört, in Gier und Totschlag endet.

Daß vieles ungeklärt ist, da stimme ich zu. Welche Methode, welcher Weg zur Gewissheit führt, ist eine andere Frage. Für mich persönlich ist die Religion darin eine Sackgasse, weil sie vereinfacht und auf Glauben basiert.


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