Es bleibt unklar, was M.v.Crefeld sagen will.

T.R.E.Lentze, Samstag, 27. Mai 2017, 02:01 (vor 176 Tagen) @ Der/Anarchist

Was Crefeld hier begeht ist das, was die Nazis praktizierten: Sippenhaft! [...] Crefeld beweist damit nur seinen persönlichen Hass gegen das Deutsche, die Deutschen.

Schön, daß wir wieder beim Thema sind.

Mir ist nicht klar, was M.v.Crefeld sagen will, wenn er Folgendes äußert:

Durch die Verbrechen, die in ihrem Namen von 1933 bis 1945 begangen wurden, haben sich die Deutschen selbst ans Hakenkreuz genagelt, so wie Jesus ans Kreuz genagelt wurde.

"Die Deutschen" - damit kann das deutsche Volk gemeint sein, dann handelt es sich um eine Behauptung mit Objektivitätsanspruch; oder es kann die offizielle Doktrin der amtierenden deutschen Politiker gemeint sein, dann handelt es sich um einen Hinweis auf die politische Holocaust-Religion.

Doch wurde Jesus am selben Tage abgenommen, die Deutschen aber werden hängen bleiben, solange die menschliche Erinnerung dauert, ohne die Hoffnung, die Vergangenheit jemals hinter sich lassen zu können.

Auch hier kann man sich fragen: Handelt es sich um einen Wunsch oder um eine Befürchtung? Zuletzt:

Dennoch – um wahrhaftig zu sein –, als Jude und Israeli, der etliche Angehörige im Holocaust verloren hat, und als Mensch weiß ich nicht, wie dies je aufgelöst werden könnte.

Er sagt nicht als Wissenschaftler: "Dies ist unauflösbar", sondern: "als Mensch weiß ich nicht, wie dies je aufgelöst werden könnte."

Seine Haltung ist insofern alles andere als eindeutig. Natürlich ist das unbefriedigend. Aber mir scheint, daß du zu vorschnell urteilst. Ich bin hier geneigt, M.v.Crefeld in Schutz zu nehmen, weil er als ein selbständig Denkender sich selbst dem Haß der Holocaust-Religiösen, und übrigigens auch der Feministen, aussetzt.

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Jetzt wieder zu unserer persönlichen Differenz:

Wer also nimmt sich das Recht, mir vorzuschreiben, wie ich mich Verhalten soll? Was ich denken soll? Wie ich handeln soll?

Ein Christ nimmt sich niemals das Recht, jemandem vorzuschreiben, wie er denken und handeln soll. Wenn du dem widersprichst, so zeigt das nur, daß wir verschiedene Vorstellungen vom Christsein haben; anders gesagt, es zeigt, daß du den evolutiven Impuls, der durch die Menschwerdung Gottes, seinen Tod und seine Tod-Überwindung, erfolgt ist, nicht siehst. Daran kann ich nichts ändern.

Was mich an dir irritiert, ist, daß du dich auffällig häufig dagegen verwahrst, daß man dir etwas aufdrängen will, obwohl das zumindest in meinem Fall nicht zutrifft. Anderseits versuchst du immer wieder, mir deinen Materialismus aufzudrängen.

Ja, wo liegt der Unterschied zwischen uns? Ich kann dir das, worum es mir geht, nicht aufdrängen, denn Voraussetzung dafür wäre, daß du es siehst. Zwar glaubst du etwas zu sehen, aber es ist nicht das, worum es mir geht. Umgekehrt verstehe ich dich sehr wohl, wenn du von deinem Idol redest. Dein Idol ist die Wissenschaft, oder das, was du dafür hälst. Es ist der vor-christliche Standpunkt, der heute natürlich weiter entwickelt ist als zur Zeit des Aristoteles. Der Materialismus ist ursprünglich; wir alle haben ihn mit der Muttermilch eingesogen. Jeder Mensch, auch der fortschrittlichste, kennt ihn, weil er mit ihm aufgewachsen ist. Und darum ist es im Prinzip auch möglich, einem Christen den Materialismus aufzudrängen, genauer gesagt: ihn in die Abwehrhaltung zu zwingen. Denn der Christ versteht mit Sicherheit den Materialisten und den Materialismus; umgekehrt ist das zweifelhaft.

Vielleicht sollte ich erklären, was ich meine, wenn ich in diesem Zusammenhang von Materialismus rede. Es ist die Überzeugung, daß das Höhere sich aus dem Niederen entwickelt habe; der Mensch aus dem Tier, das Tier wahrscheinlich aus der Pflanze; diese aus dem Mineralischen. Einfache Beobachtungen zeigen jedoch, daß dies nicht zutrifft.

Zum Beispiel dachte man früher, daß Würmer (eigentlich: Maden) aus dem Schlamm entstünden - bis entdeckt wurde, daß sie sich aus fruchtbaren Eiern entwickelten, die man nur ihrer Kleinheit wegen bis dahin nicht sehen konnte. Es gibt bis heute keine Beobachtung, daß Lebendes sich aus Totem entwickeln würde. Umgekehrt entwickelt sich Totes aus Lebendigem, so etwa Kohle aus abgestorbenen Pflanzen und Erdöl aus Muscheln.

Natürlich ist die Erklärung, daß Würmer aus dem Schlamm entstehen, die einfachste Erklärung, aber die einfachste Erklärung ist selten die wahre Erklärung. Wenn man Autos fragen würde, woher sie stammen, und sie antworten könnten, so würden sie wahrscheinlich sagen, daß sie sich aus Eisenerzen und Erdöllagern entwickelt hätten. Der Blick auf ihre Ingenieure wäre ihnen verschlossen, denn er setzt ein höheres Verständnis voraus. Sie hätten also die einfachste Erklärung, aber sie wäre falsch, auch wenn sie wahre Elemente enthält.

Übrigens muß man kein Christ sein, um dies zu erkennen. Ich dränge dir nichts auf. Es genügt, die inneren Widersprüche aufzuzeigen, die in jeder Religion liegt, welche sich dem evolutiven Impuls verweigert. Sie wird damit ungültig und entwickelt innere Widersprüche. Das gilt selbstverständlich auch für den Feminismus und Genderismus. Hier sind wir uns einig.

trel

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