Holocaust-Religion

Der/Anarchist, Freitag, 26. Mai 2017, 06:42 (vor 122 Tagen) @ Der/Anarchist

Dies war ja die Ausgangslage.


Ich hatte den Kommentar von Crefeld schon am Tag seiner Veröffentlichung bei der JF gelesen. Was ich an dieser, Crefelds Sichtweise kritisiere, ist, daß er diese "Religion" uns Deutschen aufdrängt. Einerseits hat er insofern Recht, wenn er behauptet, daß dies für immer ein Teil der deutschen Geschichte sein wird - notwendigerweise. Jedoch zu behaupten, daß diese Vergangenheit niemals hinter sich gelassen werden könne (eher "sollte", da Crefeld es im Grunde fordert), sie also immer Gegenwart bleibe, diese Sichtweise lehne ich selbstverständlich ab, wie jede Religion/Ideologie, wenn sie politisch wird und das Verhalten der Menschen, hier Deutsche, bestimmt.

Ich bin ein Deutscher, Sohn zweier Ostpreußen. Meine Eltern haben beide die Nazizeit als Kinder/Jugendliche erlebt. Trotzdem bin ich für nichts von dem, was damals passierte, verantwortlich. Ich bin mir daher keiner Schuld bewusst. Weshalb soll ich ans Kreuz genagelt werden? Was Crefeld hier begeht ist das, was die Nazis praktizierten: Sippenhaft! Denn DIE Deutschen sind in erster Linie nur ein Begriff. Füllt man den Begriff mit Fleisch und Blut, sieht man, daß DIE Deutschen sich stetig entwickelten, im positiven wie im negativen Sinne. Es mag zwar Gebräuche und Traditionen geben, die man dann als Kultur der Deutschen bezeichnet, da diese Dinge in jeder Generation zu finden sind, aber was die Nazis taten, ist sicherlich nicht eines dieser Dinge. Crefeld beweist damit nur seinen persönlichen Hass gegen das Deutsche, die Deutschen. Seine Sicht ist meines Erachtens Ausdruck eines psychologischen Problems, mit dem er allein fertig werden sollte.

Im Gegenteil muss die Nazizeit als Teil der deutschen Geschichte intellektuell überwunden werden, damit wieder, im gesellschaftlichen und politischen Sinne, Deutschland ein souveränes Land wird. Alles andere ist schädlich und wird eines Tages vielleicht sogar dazu führen, dass, wie es derzeit scheint, Deutschland geschichtlich sein Ende findet, wie einst die Hellenen oder Rom; oder Deutschland wird, eher unwahrscheinlich, wild um sich schlagen, um all die zu bestrafen, die es mit Brutalität niedergeworfen haben und es immer wieder mit Dreck bewarfen. Wobei aber mittlerweile dies zumindest innerhalb des Landes geschehen kann, da diese Zerstörung Deutschlands von den eigenen Reihen aus geht. Die Wut auf die Politik, die Medien wird immer heftiger.

Diese Holocaust-Religion, wenn man sie so nennen will, beweist für mich die Gefahr, wie ein persönliches Ressentiment dazu führt, in das Verhalten einer Politik und privates Leben einzugreifen. Und genau dies lehne ich ab, da es meine Freiheit einschränken will. Denn ich lasse mich in keinster Weise einschränken. Wie ich denke und handle entscheide ich. Durch die Tatsache Mensch zu sein, bin ich schon determiniert genug (Leben, Tod), bin, will ich anständig leben, abhängig von vielen Dingen. Wer also nimmt sich das Recht, mir vorzuschreiben, wie ich mich Verhalten soll? Was ich denken soll? Wie ich handeln soll?

Wer glaubt, wertet, behauptet, soll dies tun. Aber sich nicht zum Maßstab machen.


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