Verstaatlichung der Reproduktion.

T.R.E.Lentze, Samstag, 13. Dezember 2014, 15:15 (vor 1563 Tagen) @ Nur mal so.

Das bedeutet: die Kosten für weiblich Minderleistung und Kinder müssten noch stärker sozialisiert werden, sodass nicht ein einzelner Mann, weil er ein Kind gezeugt hat und/oder mit einer Frau eine zeitlang zusammen war, so wie es heute ist, zur Kasse gebeten wird.

Wenn ich dich recht verstehe, läuft das auf eine totale Sozialisierung - oder Verstaatlichung - der menschlichen Reproduktion hinaus. Konsequenterweise müßte der Staat schließlich aber auch unter eugenetischen Gesichtspunkten die Eltern zusammenführen, d.h. ggf. zur Kopulation zwingen. Es gibt derartige Modelle, z.B. in Platos "Staat", Campanellas "Sonnenstaat", im Jesuitenstaat auf Paraguay u.a.m. Der Russe Schafarowitsch hat das in einem sehr lesenswerten, leider vergriffenen (aber antiquarisch noch erhältlichen) Buch über den Sozialismus dargestellt.

Gegenwärtig leben wir in einem reproduktiv widersprüchlichen, inkonsequenten und sexistisch ungerechten System: Männern sind die Elternrechte weitgehend genommen worden. Jetzt könnte man sie den Weibern auch noch nehmen. Das wäre eine Möglichkeit der Heilung. Die andere Möglichkeit ist die Wiederherstellung der elterlichen Autonomie, wie es sie früher bei uns gab und andernorts immer noch gibt. Sie ist Teil der ursprünglichsten Gewaltenteilung, nämlich der zwischen Staat und Familie, polis und oikos. Die jetzige Gewaltenteilung (Legislative, Judikative, Exekutive) ist eine spätere Erfindung.

Das ist ein Thema, das am besten gesondert diskutiert werden kann.

Gruß
trel

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