"Die Frau ist nicht angeklagt."

T.R.E.Lentze, Freitag, 05. Dezember 2014, 00:22 (vor 1566 Tagen)

Zum Fall des in den VSA erschossenen Hamburger Austauschschülers Diren heißt es in einem vorhin erschienenen Spiegel-Artikel::

(Der Verteidiger) Ryan schilderte die Ehefrau als treibende Kraft, sie habe die Garage mit Bewegungsmeldern versehen wollen und war die Misstrauische. Die Frau ist nicht angeklagt.

Halten wir fest: "Die Frau ist nicht angeklagt." Ob sie gleichwohl die treibende Kraft war, können wir nicht überprüfen. Es ist die Behauptung des Anwalts des Angeklagten, und der muß alles vortragen, was seinen Mandant entlastet, auch wenn es sich um bloße Vermutungen handelt.

Aber unwahrscheinlich ist dennoch nicht, was er sagt. "Hinter jedem bedeutenden Mann steht eine Frau" - wenn dieser Satz stimmen sollte, dann gilt er auch für Männer, die durch Verbrechen ihre Bedeutung erlangen.

Und gerade was Verbrechen betrifft, so wächst die Bereitschaft der Journalisten, die Rolle der Ehefrauen in Betracht zu ziehen. Siehe dazu diesen Thread hier im Forum, in welchem einiges Erhellende zusammengetragen wurde.

Es ist ein Fehler unserer patriarchalen Gesetzgebung, daß noch keine Straftatbestände geschaffen wurden, welche der typisch weiblichen Delinquenz (Anstiftung, Hinterhältigkeit, sexuelle Erpressung) Rechnung tragen. Eigentlich könnte dem zumindest vorläufig durch eine angepaßte Rechtsprechung abgeholfen werden, aber tatsächlich wird der Defizit durch "weiße Ritter" in Roben auch noch verstärkt.

Solange die Strafanstalten geschlechtsbezogen ungleich besetzt sind, herrscht in unserer Gesellschaft eine skandalöse Ungerechtigkeit, die auf Dauer nur Unfrieden schaffen kann und den bereits bestehenden Geschlechterkrieg noch verstärkt.

trel

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